Gemeinsam qualifizierte Azubis gewinnen

Der demographische Wandel sowie stetig steigende Studierendenzahlen stellen die Unternehmen unserer Region vor gravierende Herausforderungen:

  • In der Region Passau konnten fast 1.000 Ausbildungsstellen nicht besetzt
    werden.
  • Die Geburtenraten sowie die Anzahl der unter 18-jährigen sinkt stetig
    während die Zahl der über 65-Jährigen ansteigt.

Um sich als Unternehmen am Ausbildungsmarkt erfolgreich positionieren zu können, ist eine gute Vernetzung der Unternehmen mit den Schulen unabdingbare Notwendigkeit.

  •     Wie können sich Unternehmen als attraktive Ausbilder an Schulen präsentieren?    
  •     Wie kann Qualität und Attraktivität der Ausbildung gesteigert werden?
  •     Wie kann der Zugang zu den Schülern sowie der notwendige Wissenstransfer optimiert werden?

 

Innerhalb des Projektzeitraums von 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2018 sollen folgende Ziele umgesetzt werden:

  • Vernetzung und verbesserte Informationssituation (z.B. Praktikums- und Azubibörse, Messen,...)
  • Verbesserung der Qualität von Praktika und Ausbildung (z.B. Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen)
  • Bewusstseinswandel über den Wert der dualen Ausbildung (z.B. Elternarbeit, Öffentlichkeitsarbeit)
  • Wissens- und Kompetenztransfer zwischen Unternehmen und Schulen (z.B. Lehrerpraktika, Schülerfirmen)

 

 

Maßnahmen:

  • 1.Schritt: Organisation einer Veranstaltung mit der/den Schulen und den Unternehmen der jeweiligen Kommune sowie Eltern, Lehrern und Schülern durch das Regionalmanagement. In diesem Rahmen werden schon bestehende Instrumente vorgestellt sowie neue Maßnahmen entwickelt.
  • 2. Schritt: Konkretisierung und Durchführung der erarbeiteten Maßnahmen

 

In erster Linie werden die Grund- und Mittelschulen von Stadt und Landkreis bedient, mit einer angepassten Schwerpunktsetzung werden auch Gymnasien berücksichtigt. 

 

Veranstaltungen fanden schon an der Mittelschule Hutthurm-Büchlberg und an der Mittelschule Ruhstorf erfolgreich statt.

 

 

Sie haben Interesse an diesem Projekt?

Bitte nehmen Sie mit unserer Regionalmanagerin Kontakt auf:

Frau Heidmarie Bartl
heidemarie.bartl@wifo-passau.de
Telefon: (+49) 851 966 256 10

Betriebe machen Schule - Gesprächsrunde in Ruhstorf

Öfter Betriebe in die Schulen holen Gesprächsrunde zumLehrlingsmangel in der Region: Künftig Schüler früher fürsHandwerk begeisternAngeregt diskutierten (v.l.) Rektor Frieder Köbele, die Lehrerinnen Astrid Neupert und Karin Stadler (alle MS Ruhstorf), JosefWenig (Siemens), Günther Hecka (Hecka GmbH),Bürgermeister Franz Schönmoser (Rotthalmünster), Eduard Willeitner (Hatz), Renate Feilhuber (Lehrerin MS Pocking), Rektor Christoph Sosnowski (MS Pocking), Udo Ranner(Huber & Ranner), die Bürgermeister Franz Krah (Pocking) und Andreas Jakob (Ruhstorf), GünterWagner (BäckereiWagner) sowie Bettina Hauswirth (Johannesbad).Moderierte die Veranstaltung:Dr. Ursula Diepolder.− Fotos: Kessler

Künftig Schüler früher fürs Handwerk begeistern

Betriebspraktika bauen Brücken zwischen Unternehmen und Schülern – doch um alle Ausbildungsplätze besetzen zu können, braucht es mehr. Zur Gesprächsrunde bat nun das Wirtschaftsforum Passau Betriebe, Bürgermeister und Vertreter der Mittelschulen an einen Tisch. Zwei Stunden wurde lebhaft diskutiert, dann stand fest: Begeisterung fürs Handwerk muss schon viel früher anfangen– den Schulen vor lauter Berufsfindung aber auch noch Raumfür den täglichen Lehrauftrag bleiben.„Betriebe machen Schule“heißt das Projekt, initiiert vom Regionalmanagement am Wirtschaftsforum der Region Passau,das seit Juli 2015 läuft und sich zum Ziel gesetzt hat, dem Lehrlingsmangel mit verschiedenen Maßnahmen entgegen zu treten. Der „Überzahl der Studierenden mit hohen Abbrecherquoten“,erläuterte Heidemarie Bartl vom Wirtschaftsforum, bei einem gleichzeitigen Fehlen von Auszubildenden im Handwerk wolle man entgegen treten, Bildungspotenziale besser verteilen, Betriebe und Schulen vernetzen. Es fehlt an Lehrlingen in der Region 

An der Ruhstorfer Mittelschule waren sie nun zusammen gekommen:Lehrer und Rektoren,Unternehmer und Bürgermeister,sie machten eingangs der Gesprächsrunde erst einmal klar, was ihre Erwartungen an das Projekt sind. Bettina Hauswirth,im Johannesbad für den Bereich Ausbildung verantwortlich,schilderte die Schwierigkeit,junge Menschen vor allem für einen Beruf in der Gastronomie zu begeistern. Mittlerweile sei der Lehrlingsmangel so dramatisch,dass man auf Bewerber aus Italien zurück greife.Günter Wagner von der gleichnamigen Bäckerei erinnerte an die Hoch-Zeiten seines Handwerks mit 20 Auszubildenden – heute sind es nur noch acht, obwohl manmindestens 15 bräuchte, um den Betriebfür die Zukunft personell gut aufgestellt zu wissen. Jedes Jahr rund zehn bis zwölf junge Menschenwerden, erzählte UdoRanner, beim Pockinger Klimaanlagen-Hersteller Huber &Ranner als Lehrlinge eingestellt,42 Auszubildende hat der Betrieb momentan, doch Ranner beklagt das Bildungsniveau:„Wir bekommen die Guten aus den Schulen nicht mehr.“Eduard Willeitner, stellvertretender Ausbildungsleiter bei Hatz, wünscht sich eine bunte Mischung in Sachen Lehrlingen,heuer habe man zehn Azubis eingestellt, nächstes Jahr werde man weitere zehn ausbilden.Fehlende Motivation für das Erlernen eines Handwerksberuf sieht Günther Hecka vom gleichnamigen Karosseriebau und Fahrzeuginstandsetzungsbetrieb in Rotthalmünster als Ursache für die Lehrlingsnot inder Region. Momentan bilde man sechs junge Menschen aus,aber auch hier werde es zunehmendschwierig, alle Ausbildungsplätze zu besetzen. Vielleicht,sagt Josef Wenig, Ausbildungsleiterbei Siemens, sei es wichtig, die Kinder schon viel früher zu begeistern, „vielleicht schon ab der vierten Klasse“.Siemens hat aktuell 69 Azubis, freilich, musste Wenig eingestehen,werde diese Zahl im Zuge des Stellenabbaus am Standort Ruhstorf die nächsten Jahre zurückgefahren. Was bleibt sind mit Elektrotechniker und Industriemechaniker zwei Ausbildungsberufe.Mehr Wert auf Umgangsformenzu legen, das wünscht mansich in den Rathäusern in Ruhstorf,Pocking und Rotthalmünster,die drei Bürgermeister AndreasJakob, Franz Krah undFranz Schönmoser begrüßen die Initiative des Wirtschaftsforums,jedoch sehen sie nicht nur Schulen und Unternehmen, sondernauch das Elternhaus in der Pflicht. Die Schulen, wie der Rektor der Ruhstorfer Musik-,Grund- und Mittelschule, FriederKöbele, erläuterte, versuchen mit einem Unterrichtsschwerpunkt im Bereich Benimm hier bereits eine Weichenstellung vorzunehmen, er jedoch wünscht sich eine engere Vernetzung zwischen Schülern und Betrieben. Oft werde vergessen,betonte der Pockinger Mittelschul-Rektor ChristophSosnowski, dass die Schule auch noch andere Lehraufträge habe als „Berufsorientierung“: „Unsertägliches Geschäft sind Mathe,Deutsch, Englisch“, machteer klar, dass zu viel Berufsorientierungsangebote immer auf Kosten des Regelstoffes gingen.„Man muss die Schule als Ganzes sehen.Wir vermitteln Werteerziehung und Integration, Inklusion und den Umgang mit Medien und sozialen Netzwerken,Umgangsformen und Benimm,und dann auch noch Berufsfindung.Wir sind eine allgemeinbildende Schule“, das dürfe man, so Sosnowski, nicht vergessen.Berufsorientierung, schlug Lehrerin Renate Feilhuber (MSPocking) vor, sollte man deshalb besser bündeln, „es gibt so vieleAngebote, ich könnte ein ganzes Schuljahr nur damit füllen.“ Einenhöheren Stellenwert von Ausbildungsberufen wünschtsich Lehrerin Astrid Neupert(MS Ruhstorf): „Wir Lehrer wissen,dass Handwerk wichtig ist.In so manchem Elternhaus istdas noch nicht angekommen.“Die Schüler, hat Lehrerin KarinStadler (MS Ruhstorf) festgestellt,beschäftigten sich sehr aktiv mit demThema Ausbildung.Wie kann man nun beide Seiten–Unternehmen und Schulen– gewinnbringend zusammenbringen?Moderatorin Dr. UrsulaDiepolder ging dieser Frage genauer auf den Grund. Schnell war man sich in der Gesprächsrunde einig: Die Betriebspraktika,die die Schüler in der achten Klasse absolvieren müssen, sindeine sehr gute Sache. „Das sollte Betriebspraktika noch mehr fördern noch mehr gefördert werden“,befand Günther Hecka. Nur ein bis zwei Tage ineinem Betrieb zusein, sei jedoch für viele Unternehmen sehr schwierig, erläuterte Josef Wenig. Eine Woche sei für ihn der ideale Zeitraum, einen jungen Menschen kennen und vielleicht auch schätzen zulernen. Klagen über mangelndes Bildungsniveau der Mittelschul-Absolventen bat Astrid Neupert,mit Verständnis zu begegnen:„Ich weiß, Sie können denSchulunterricht nicht ersetzen,aber manche Defizite kann manvielleicht auch imUnternehmenangehen“, bemerkte sie. Beimanchem jungen Menschenspringe der Knopf eben etwas später auf, es wäre schade,wenn man diesen „Schwächeren“ keine Chance geben würde. Lehrerin Karin Stadler schlug vor, dass die Betriebe nicht nur die Ausbildungsleiter,sondern auchmal die Auszubildenden selbst in die Schulen schicken könnten,damit diese erzählen,wie ihre Lehrzeit so läuft,was die Azubis beispielsweise in der Berufsschule erwartet. Auch wäre es gut, so Lehrerin Renate Feilhuber,wenn in Sachen Betriebspraktika die Unternehmen die schulischen Abläufe mehr berücksichtigen würden: „Praktika erst nach Notenschluss wären super“, warb sie für einen Zeitraum Mitte oder Ende Juli.Vielleicht, schlug Christoph Sosnowski vor, wäre es eine Möglichkeit,wenn sich Betriebe künftig schon früher an der Mittelschule engagieren. Zwei Drittel aller Schüler in Pocking sind im Ganztagesbereich gebunden,da fehle es amNachmittag oft an Freizeitmöglichkeiten. „Ich bin gerade dabei, eine Radlwerkstatt einzurichten, in der die Kinder nachmittags schrauben und werkeln können, doch es fehlt an geeigneten Betreuern.“ Mal einen Nachmittag in der Schulküche den Kochlöffel schwingen,dem Bäcker beim Brot backen über die Schulter schauen,den Dynamo am Radl wiederherrichten, mit Hammer und Akkuschrauber hantieren – dabei könne, waren sich alle einig,Begeisterung fürs Handwerk geweckt werden.Auch die Möglichkeit eines kleinen „Betriebetages“, wo am Nachmittag eine Handvoll Unternehmen ihr Handwerk an derSchule vorstellen, wie Josef Wenig vorschlug, kam gut an. Die Eltern, so Rektor Frieder Köbele,könne man ebenfalls mit einbinden,vielleicht wolle der eine oder andere ja den Schülern über seinen Handwerksberuf berichten. Wichtig, da warensich alle Beteiligten einig, sei,dass man nicht erst bei den Achtklässlern damit anfange – und dass Treffen wie diese wichtig sind, das Netz, das neu zwischen Betrieben und Schulen gespannt worden ist, enger und größer zu knüpfen.

Quelle: PNP / 21.10. 2016

Berufsinformationsmesse am ASG

Am 7. Juni 2016 veranstaltete das Adalbert-Stifter-Gymnasium Passau in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsforum eine Berufsinformationsmesse.

22 regionale Unternehmen informierten über Ausbildungsberufe, Karrierechancen und Jobmöglichkeiten.

Rund 400 Schüler nahmen das Angebot wahr und ließen sich über wirtschaftliche Chancen und Möglichkeiten der Berufswahl in der Region beraten.

Impressionen der Info-Veranstaltung in Ruhstorf

Ruhstorf, 05.03.2015
Ruhstorf, 05.03.2015
Ruhstorf, 05.03.2015