22.02.2017

Ein echtes Erfolgserlebnis

Lernpatin sammelt Erfahrungen für ihren künftigen Beruf – Projekt des Wirtschaftsforums

Marijana Jelen unterstützt Kinder wie Yazan beim Lernen. Auch viele deutsche Kinder profitieren von der Lernpatin.

Vilshofen. Was Angst bedeutet, weiß Yazan, der vor kurzem ausSyrien nach Deutschland kam, sehr genau. Jetzt kennt er auch das deutsche Wort dafür. Und er kann sogar das Adjektiv dazu bilden: „Ängstlich“ schreibt er sorgfältig in sein Schulheft. „Sehr gut!“, lobt ihn Marijana Jelen, die neben ihm sitzt. Die junge Lehramtsstudentin übt mit ihm und zwei deutschen Klassenkameraden schwierige Wörter. „Das ist toll, weil wir so wenige sind, da ist es ruhiger und es macht Spaß“, sagt ein blondes Mädchen. Marijana ist Lernpatin an der Grundschule Ritter Tuschl. Seit über einem Jahr kommt die Passauer Studentin jeden Montag nach Vilshofen und übt nach Absprache mit den Klassenlehrern in kleinen Gruppen mit drei oder vier Schülern, manchmal auch mit einzelnen die Probleme mit dem Unterrichtsstoff haben oder, wie Yazan, die deutsche Sprache erlernen. „Wir sind unendlich glücklich über die Unterstützung durch unsere Lernpatin Marijana“, sagt Rektorin Silvia Thurner. Lernpaten bekommen zahlreiche Schulen im Landkreis Passau über das Projekt „PASSgenAU“ vermittelt. Pro Jahr werden über das Programm rund 350 Kinder von 50 Lernpaten in über 2500 Förderstunden betreut. Organisiert wird „PASSgenAU“ vom Verein Wirtschaftsforum der Region Passau, der Hochschule und den Schulämtern. Jeweils zu Beginn des Schuljahres können Grund - und Mittelschulen ihren Bedarf anmelden und bekommen Paten zugewiesen. „Wir achten darauf, dass wir nur qualifizierte Fachleute vermitteln“, sagt Regionalmanagerin Heidi Bartl. Das sind entweder Lehramtsanwärter oder ausgebildete Lehrer.

Marijana ist für die Grundschule Ritter Tuschl ein echter Glücksfall, so Silvia Thurner, und sie steht der Schule jede Woche mehrere Stunden zur Verfügung. „Wir können sie einsetzen, wo es gerade nötig ist, das hilft uns ganz enorm.“ Die Kinder haben Erfolgserlebnisse, wenn sie in kleinen Gruppen lernen, und sie machen schnell Fortschritte. Marijana bekommt dafür eine Aufwandsentschädigung und sammelt vor allem viel Erfahrung für ihren künftigen Beruf: „Es macht mir sehr viel Freude und ich sehe, dass es etwas bewirkt“, sagt die 23-jährige Studentin. Im Praktikum, das Teil des Studiums ist, könne man sich längst nicht so einbringen wie als Lernpate. Ihr Hochschulprofessor hatte sie darauf aufmerksam gemacht, dass in Vilshofen Lernpaten benötigt würden. „Der Vorteil von PASSgenAU ist, dass wir unbürokratisch und schnell unterstützen“, sagt Heidi Bartl.

Als Lernpatin wird sie vor allem in Rechnen und Deutsch eingesetzt. Viele deutsche Schüler, aber auch viele Flüchtlingskinder und nicht zuletzt Kinder mit Migrationshintergrund, deren Familien zwar schon lange hier sind, sich aber zuhause überwiegend in ihrer Heimatsprache unterhalten, profitieren davon. Dankbar ist Silvia Thurner vor allem, dass die junge Frau seit über einem Jahr regelmäßig kommt: „Die Kinder freuen sich schon auf sie. Mittlerweile gehört sie fest zu unserer Schulfamilie.“ Für die Ritter Tuschl Schule hat sich das Projekt PASSgenAU des Wirtschaftsforums bestens bewährt.
Quelle: PNP, Gesine Hirtler-Rieger/20.2.2017

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