21.07.2017

Integration: Messe zeigt Perspektiven

IHK, Handwerkskammer und Wirtschaftsforum helfen Betrieben und Flüchtlingen – Über hundert Besucher

v.l.n.r.: Werner Lang (Stadt Passau), MdL Bernhard Roos, Richard Hettmann (Vizepräsident HWKNO), Raimund Kneidinger (Stv. Landrat Lkr. Passau), Alexander Schreiner (Stv. Hauptgeschäftsführer IHK Niederbayern), MdL Walter Taubeneder, Veronika Nagler (IHK Niederbayern), Angela Sedlmaier (HWKNO), Jakob Schreiner (Wifo Passau), Günter Schober (Direktor AOK Passau)

Jakob Schreiner, Projektleiter FAM, Wifo Passau

Viele Menschen in Stadt und Landkreis Passau ziehen für die Integration an einem Strang. Das wurde auch beim gestrigen Perspektiventag in der AOK-Direktion Passau deutlich: Die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer und das Wirtschaftsforum Passau beraten Betriebe und Migranten. Bei der Messe sollen erste Kontakte für ein späteres Ausbildungsverhältnis geknüpft werden. Gut 250 junge Menschen informierten sich über die Möglichkeiten, die die Unternehmen bieten.
Mehr als 1000 Flüchtlinge besuchen Berufsintegrationsklassen in den Berufsschulen der Region, in denen sie anfangs vor allem Deutsch lernen. Mündlich und schriftlich sollten die Migranten das gut können, wenn sie sich als Lehrling bewerben. Derzeit sind bei der IHK 117 Ausbildungsverhältnisse gemeldet, bei der Handwerkskammer sind es in Niederbayern und in der Oberpfalz 246.

"Die erste Hürde ist die Sprache," sagt Jakob Schreiner, Projektmanager FAM (Flüchtlinge-Asylbewerber-Migranten) am Wirtschaftsforum Passau. Das zweite sei in der Region natürlich die Mobilität. Wie kommt jemand, der keinen Führerschein hat, zu seiner Ausbildungsstelle? Auch rechtlich sei die Einstellung eines Flüchtlings, der noch keine Anerkennung hat, in Deutschland schwierig. Doch viele der jungen Flüchtlinge sind bereits anerkannt. Die Kammern haben extra Berater, die die Firmen bei Problemen und Fragen unterstützen. Veronika Nagler ist bei der IHK Integrationsberaterin. Sie wird häufig auch mit der Frage konfrontiert: Was ist, wenn sich ein Asylbewerber im Betrieb eingelebt hat und dann doch abgeschoben wird. "Jemand, der in Ausbildung ist, kann nicht abgeschoben werden", sagt sie. Es gelte die 3-plus-2-Regel, das heißt der Lehrling darf eine dreijährige Ausbildung absolvieren und dann mindestens zwei Jahre in der Firma arbeiten. Es kommt vor, dass in dieser Zeit ein Abschiebe-Bescheid des BAMF kommt, weil die Behörde das Ausbildungsverhältnis nicht nachfragt, dann helfen die Berater der Kammern.

Bei der Handwerkskammer ist Angela Sedlmaier Ausbildungsakquisiteurin speziell für Flüchtlinge in Niederbayern. Auch sie berät und informiert Handwerksbetriebe wie Ausbildungssuchende, kümmert sich darum, dass Kontakte geknüpft werden.

Natürlich wissen alle, dass es neben den sehr motivierten und engagierten Flüchtlingen auch diejenigen gibt, die nichts auf die Reihe bringen. Wenn ein guter Lehrling aber unterstützt werde, dann hat er meist auch Erfolg. Zum Glück seien viele Unternehmen da sehr aufgeschlossen

Bei der Messe unterstützt die Berater auch Abdul Ahad Sohrabi . Er hat ein Jahr zur Einstiegsqualifizierung gemacht und ist jetzt Lehrling in einer Elektrofirma in Passau. Ehrenamtlich engagiert sich der Afghane im Asylcafe und hilft dem ein oder anderen Flüchtling beim Einstieg ins Gespräch.

Der Messe gestern ging eine Informationsveranstaltung für die Unternehmen voraus. Dabei ging es um rechtliche Rahmenbedingungen, um Fördermöglichkeiten und Handlungsempfehlungen für die Betriebe. In der AOK-Direktion waren 13 Firmen direkt vertreten, warben etwa für verschiedene Berufe auf dem Bau, in der Krankenpflege wie in Küche oder Hotel. Aber wie soll der Lehrling nach Bad Füssing kommen, wenn er dort um 4 Uhr anfangen soll? Pendeln ist kaum möglich. Aber das Johannesbad zum Beispiel würde ein Zimmer stellen.

Quelle: PNP/15.7.2017
Fotos: Wifo

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