21.10.2017

Pünktlichkeit, Fleiß und Freude am Beruf

Unternehmer zeigen bei einem Abend zur "Azubi-Sicherung" der Mittelschule St. Nikola Erwartungen an "Azubis" auf

Austausch zwischen Unternehmen, Schule und Eltern: Betriebe zeigten beim Elternabend zur "Azubi-Sicherung", zu dem Schulleiterin Petra Seibert (4. v. r. vorne), Konrektorin Inge Müller (3.v.l. vorne) und Regionalmanagerin Britta Pinter (5.v.l.vorne) vom Wirtschaftsforum an die Mittelschule St. Nikola luden, die Anforderungen der Wirtschaftswelt der Region auf. − Foto: Wildfeuer

Vertreter von Betrieben, Fachschulen und Einrichtungen haben an der Mittelschule St. Nikola ihre Ausbildungsberufe vorgestellt. Unter dem Motto "Azubi-Sicherung durch Mitsprache und Vernetzung" boten Schule und Wirtschaftsforum eine Plattform, auf der Schüler der neunten und zehnten Klassen über ihre Praktika und Firmenvertreter über ihre Erwartungen an die Auszubildenden berichteten.
Schulleiterin Petra Seibert zeigte anhand eines PNP-Artikels auf, wie stark der Fachkräftemangel bereits spürbar ist. Dem Bericht zufolge musste eine Kommune die Auftragsvergabe zurücknehmen, weil sich kein Trockenbauer fand. 2040 würden 3,3 Millionen Fachkäfte fehlen, sagte Seibert. Im Gegenzug gebe es an den Unis so viele Studenten wie noch nie. Auch wenn 15 Prozent der Abiturienten eine Lehre absolvierten, solle es weiter die Mittelschule sein, die den Hauptanteil der Lehrlinge stellt. Sie würden durch Berufsorientierung auf die Arbeit in den Betrieben vorgebildet. Seibert würdigte Regionalmanagerin Britta Pinter, der es gelang, Unternehmer, Eltern und Schule zusammenzubringen. Ziel des Abends, zu dem auch Lehrer und Vizelandrat Klaus Jeggle kamen, sei es, den Austausch zu ermöglichen, die Anforderungen der Berufs- und Wirtschaftswelt der Region ins Zentrum zu rücken, Eltern den hohen Wert der dualen Ausbildung aufzuzeigen und sie darin zu bestärken, dass junge Leute im Handwerk, eine sichere Zukunft finden.
Unter der Moderation der Schüler Philipp Alesch und Luca Bauer sowie von Konrektorin Inge Müller erläuterte Firmenchef Helmut Höber die Chancen im Handwerk am Beispiel des Anlagenmechanikers. Die Ausbildung dauere dreieinhalb Jahre. Die Zukunftsaussichten seien mehr als rosig. Nach der Lehre könne man sich zum Meister oder Techniker weiterbilden, zum bauleitenden Monteur aufsteigen oder einen Hochschulabschluss anstreben. Der Mangel an Arbeitskräften sei bereits deutlich. Derzeit sei es leichter, große Aufträge zu erhalten als gute Mitarbeiter. Die Firma, die 150 Mitarbeiter zählt, bilde ihren Nachwuchs selbst aus.
Die Neuntklässler Nicole Eberl, Benedikt Buchecker und Vincent Kickum erzählten über ihre Praktika im Kindergarten St. Salvator in Schalding, bei Edeka Schwaiberger und Telepark Passau, bei denen sie viel Neues lernten. Die Zehntklässlerinnen Jana Berger und Celina Meszaros präsentierten die Wirtschafts- und Tourismusregion Passau.
Beim Dialog zwischen Schülern und Betriebsvertretern ging es um die Vorzüge der dualen Ausbildung und die Erwartungen der Unternehmer an die jungen Leute. Grundkenntnisse in Mathematik, Fleiß, Pünktlichkeit sowie Verständnis und Liebe zum Beruf nannte Helmut Höber als Voraussetzungen für eine Ausbildung im Anlagenbau.

Derzeit liefen die Einstellungstests, informierte Roland Biebl von der ZF Friedrichshafen AG. Ab Ende Oktober fänden Vorstellungsgespräche statt. Von den 187 Auszubildenden kämen 25 Prozent von der Mittelschule. Gute Deutsch- und Mathematik- sowie Englischkenntnisse seien notwendig. Die ZF schicke ihre "Azubis" auch an andere Standorte in China oder den USA. Flexibilität sei daher erforderlich. Die Vorbereitung auf den Beruf sei noch nie so gut gewesen wie jetzt. Allerdings sei auch die Orientierungslosigkeit noch nie so groß gewesen.
Zukunftschancen biete auch die Firma Pfaffinger Bauunternehmung, vor allem für Rohrleitungsbauer, sagte Daniel Hauer. Er bedauerte das negative Image der Bauberufe. Florian Mader von der Firma Josef Josef Paul forderte die Bereitschaft, weiter zu lernen, sich in den Betrieb zu integrieren und sich selbst zu organisieren. Für die Firma Meusel Elektrotechnik sprach Max Meusel, selbst Auszubildender. Er schätze das Zusammenspiel mit der Berufsschule, die Theorie könne man auf der Baustelle gut umsetzen.
Michael Simmeth von der Firma Guggemos Elektrotechnik unterstrich, wie wichtig Fachleute sind, die ein Gebäude elektrifizieren können. Die Schüler sollten neben Wissbegierde auch Fleiß mitbringen sowie Spaß am Beruf haben. Er erwarte sich von den jungen Leuten das, was auch die Kunden wollten – Pünktlichkeit und saubere Arbeit, sagte Johann Haidl von Spenglerei und Metallbau Haidl. In der Gastronomie seien Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit wichtig, sagte Gastronom Fritz Mayer, die Arbeitszeiten seien keineswegs "fürchterlich". Auch in anderen Berufen gebe es Nacht- und Wochenendarbeit.
Mehr Lehrlinge erhofft sich Helene Winkler vom AELF, die für die Hauswirtschaft warb. Elke Kleinschmidt von der Berufsakademie freute sich über den "Run" auf die Fremdsprachen- und IT-Schule, während ihr Kollege Joachim Berga von der Krankenpflegeschule bedauerte, dass der Bedarf an Pflegekräften trotz der guten Ausbildungsvergütung nicht gedeckt werden könne. Claudia Hartinger, Heimleiterin im Malteserstift St. Nikola, riet angesichts des "grottenschlechten" Rufs der Altenpflege zu Projekttagen mit der Schule, um Berührungsängste vor dem Seniorenheim zu nehmen.
Mutter Julia Bauer, die selbst eine duale Ausbildung genoss, begrüßte den Austausch. Sie bat die Betriebe, Kontakt mit den Eltern aufzunehmen, "wenn etwas nicht passt". Lehrjahre seien keine Herrenjahre. Die Jugendlichen müssten Werte einhalten und sich von den Chefs etwas sagen lassen. Auch Elternbeiratsvorsitzende Andrea Edenharder und Jacqueline Lang traten für mehr Kooperation zwischen Schule und Firmen sowie Betriebsbesichtigungen ein. Organisatorin Müller lobte am Ende das Engagement der Schüler. Der Bereich "Soziales" verwöhnte die Besucher mit einem bunten Buffet und überzeugte so von seiner Leistungsfähigkeit.
Quelle: PNP/21.10.2017

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