20.01.2017

LIB(e)RO: Von Büchern und Freiheit

E-learning-Plattform soll minderjährigen Geflüchteten den Start in ein neues Leben erleichtern

(v.l.)Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Passau Marielle Ratter, Professor Daniel Göler und Mitarbeiterin desWirtschaftsforums Heidemarie Bartl. − Foto: Schönleben

Sie sind jung, perspektivlos und kommen ohne ihre Eltern nach Europa – unbegleitete minderjährige Flüchtlinge stehen bei ihrer Ankunft vor der großenHerausforderung, in einem fremden Land fern derHeimat Fuß zu fassen. Dabei möchte sie die Universität Passau unterstützen. „LIB(e)RO“ heißt das Projekt zur Einrichtung einer Online-Lernplattform, das Partner aus Österreich, Deutschland und Griechenland seit November 2016 in enger Zusammenarbeit entwickeln. DerName spielt mit den lateinischen Wörtern „liber“ für Buch und „liberare“ für befreien und verweist darauf, dass Bibliotheken eine zentrale Rolle innerhalb des Projekts spielen. Die drei Projektpartner wurden aufgrund ihrer Rolle in der aktuellen Flüchtlingssituation gewählt: Griechenland als Eintrittsland, Österreich als Transitland und schließlich Deutschland als Ziel vieler Flüchtlinge. Als Projektkoordinator fungiert die Donau- Universität Krems. Sie entwickelte eine erste Idee und begab sich in Folge dessen auf die Suche nach potenziellen Projektpartnern. Einen dieser Partner fand sie in der Universität Passau, die aufgrund eines bereits laufenden Flüchtlingsprojekts ausgewählt wurde. Als operative Partner fungieren das Wirtschaftsforum Passau, die griechischeNationalbibliothek sowie die kommunale Bibliothek von Leros. LIB(e)RO: Von Büchern und Freiheit Auf dieser griechischen Insel im ägäischen Meer hat das europäische Verbundprojekt auch seinen Ursprung. In Zeiten der Flüchtlingskrise stand die Stadtbibliothek als öffentlich zugänglicher Ort vor dem Problem, ankommende Geflüchtete nicht angemessen betreuen zu können. Die größte Herausforderung dabei: Die Bibliothekare wollten den Flüchtlingen helfen, sich zurechtzufinden, wussten aber nicht wie. „In der Flüchtlingsthematik kommt es sehr oft zu der Situation, dass Menschen mit der Bewältigung einer Aufgabe konfrontiert werden, für die sie eigentlich gar nicht ausgebildet sind“, sagt Professor Dr. Daniel Göler, Mitverantwortlicher der Universität Passau. Solchen Problemen soll mit der Lernplattform „Lib(e)ro“ entgegengewirkt werden. So liegt der Schwerpunkt des Projekts auf sogenannten „Train the trainer“-Programmen, die sich an Bibliothekare und Sozialarbeiter richten. Letztere agieren als Vermittler zwischen den betroffenen Bibliotheken und den Jugendlichen. Um die Geflüchteten bestmöglich zu informieren und zu unterstützen können diese Berufsgruppen einen Online-Fortbildungskurs durchlaufen und im Anschluss, angepasst an die jeweilige Situation, selbst Lehrmöglichkeiten für die Flüchtlinge entwickeln. Die zweite Zielgruppe der Lernplattform sind die geflüchteten Jugendlichen, die mit Hilfe ausgewählter Lernmodule interkulturelle Kompetenzen sowie Wissen über das politische System der EU und der Bundesrepublik erwerben sollen. Der Aufbau der Plattform ist gerade noch in Arbeit. Bisher befinden sich die Projektpartner laut Marielle Ratter, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Passau, in der Analysephase. Ausgehend von dieser Prüfung sollen schließlich die konkreten Angebote erarbeitet werden. In Passau ist bisher noch keine Bibliothek an dem Projekt beteiligt, in der weiteren Ausarbeitung soll aber, so Göler, eine Zusammenarbeit mit Bibliotheken vor Ort durchaus stattfinden. Als Testpartner fungiert das Wirtschaftsforum Passau, das bereits engagierte Flüchtlingsarbeit leistet. „In der laufenden Analysephase entwickeln wir die Fragbögen und werten sie aus, damit die Plattform so entstehen kann, wie sie gebraucht wird“, beschreibt Heidemarie Bartl, Mitarbeiterin des Wirtschaftsforums. Bis Anfang 2018 sollen die Analysephase abgeschlossen und die Testphase eingeläutet werden. Danach sollen Szenen, wie sie sich in Leros abgespielt haben, der Vergangenheit angehören.
Quelle PNP/18.01.2017

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