03.06.2019

Qualifiziert, aber nicht anerkannt

Seit April Anerkennungsberatung in Passau – Infoevent am 6. Juni

Andrea Nold, Beata Wójcik und Jakob Schreiner (v.l.)

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde. – auch in Niederbayern. Warum also nicht den vielen ausländischen Fachkräften bei der Anerkennung der beruflichen Qualifikationen im bürokratischen Deutschland unterstützen?

Genau dabei soll das bundesweite Beratungsprojekt IQ Netzwerk helfen. Seit Anfang des Jahres gibt es neben Augsburg, München und Nürnberg mit dem Standort Passau in Bayern eine vierte Beratungsstelle, die konkret für den Raum Niederbayern zuständig ist. Hier ist das Wirtschaftsforum Passau Träger des Projekts. Projektleiter Jakob Schreiner unterstützt gemeinsam mit Andrea Nold und Beata Wójcik migrierte Fachkräfte, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.

„Nicht nur die Arbeitssuchenden selbst profitieren davon, sondern auch die Firmen der Region und somit der Wirtschaftsraum Niederbayern“, so Schreiner. Zahlreiche Dokumente seien zur Anerkennung der beruflichen Qualifikation in Deutschland auszufüllen und einzureichen. Neben sprachlichen Defiziten hindere die fehlende Anerkennung der ausländischen Abschlüsse das qualifizierte Personal oft daran, den gelernten Beruf in Deutschland auszuüben. Sie sind dann meist als Hilfsarbeiter tätig. „Wir haben zum Beispiel schon eine Ärztin beraten, die hier als Altenpflegehelferin anfing.“

Seit 1. April gibt es die Beratung, die sich in Anerkennungs- und Qualifikationsberatung aufteilt, nun schon in Passau. Die Anfragen werden laut Schreiner immer mehr. Viele Erzieher und Ärzte würden sich derzeit an die Beratungsstelle wenden.

Zunächst kümmert sich Andrea Nold um die Hilfesuchenden. Die Freiburgerin hat ihren Master in Ethnic and Migration Studies in Schweden absolviert. „Wir gehen gemeinsam alle Dokumente und Abschlüsse durch, suchen den passenden Referenzberuf sowie die zuständige Anerkennungsstelle und füllen dann das Antragsformular aus“, sagt Nold. Die Dauer der Anerkennung hänge vom jeweiligen Beruf und der zuständigen Stelle ab. Jede Beratung sei individuell. „Wir nehmen uns für die einzelnen Personen die Zeit, die wir brauchen.“

Auch nach dem Bescheid durch die Anerkennungsstelle werden die Fachkräfte beraten. Vor allem dann, wenn dieser negativ oder nur zum Teil positiv ausfiel. Beata Wójcik weiß, wie es ist, wenn man in ein anderes Land mit einer ganz anderen Sprache kommt und dort Fuß fassen möchte. Die Polin ist vor einigen Jahren nach Passau gekommen und hat ihren Master in European Studies an der Uni gemacht. Nun ist für die Qualifizierungsberatung und -begleitung zuständig. „Ich möchte andere unterstützen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie ich damals war.“

Gibt es nun Defizite bei der Anerkennung, hilft Wójcik, diese bestenfalls auszugleichen. Gemeinsam werden Qualifizierungskurse oder auch alternative Berufsmöglichkeiten gesucht.

Ziel der Beratung sei es, die volle Gleichwertigkeit für die Fachkräfte herzustellen. „Wir sehen uns als Fachberatung und haben den Anspruch, das alles zum Erfolg zu führen“, sagt Schreiner. Die Beratung ist kostenlos, die Anerkennungsverfahren selbst seien natürlich mit Kosten verbunden.

Für interessierte Fachkräfte, Ehrenamtliche, aber auch Firmen findet am Donnerstag, 6. Juni, eine Informationsveranstaltung in der Innsteg-Aula der Uni Passau, Innstraße 23, statt. Zwischen 14.30 und 16.30 Uhr gibt es einen Infomarkt, bei dem Kooperationspartner ausstellen. Die Abendveranstaltung mit verschiedenen Rednern beginnt um 17 Uhr. Weitere Informationen und Anmeldung (bis zum 5. Juni) unter www.migranet.org. Sie finden die Veranstaltung unter „Termine“.

(Quellennachweis: Passauer Neue Presse vom 1.6.2019, Foto und Text Christina Aicher)

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